Aktuelle Informationen

... über unsere Ehrenmitglieder

Kito Lorenc (1938-2017)

„VOREILIG. Ich plane plane, inzwischen schafft Körper der falsche
Kumpel Tatsachen. Schnell schreibe ich, ihn abzulenken, Nachrufe.“
(Kito Lorenc „Windei in der Wasserhose des Eisheiligen“)
 

Am 24. September verstarb Kito Lorenc an den Folgen eines Schlaganfalls. Geboren 1938 in Schleife/Siepo galt er als einer der bedeutendsten sorbischen Lyriker und Dramatiker der Gegenwart. In seinem literarischen Werk, das er teils auf Deutsch, teils auf Sorbisch verfasste, beschäftigte er sich wiederholt mit dem Heimatverlust der Sorben durch den Braunkohleabbau. Auch kritisierte er den Verlust sorbischer Identität nach 1990. Kito Lorenc war Mitglied des deutschen PEN-Zentrums und der Sächsischen Akademie der Künste und wurde mit zahlreichen Preisen geehrt, etwa mit dem Heinrich-Mann-Preis (1991), dem Lessing-Preis des Freistaates Sachsen (2009) und dem Christian-Wagner-Preis (2016).

Sein letzter Gedichtband „Windei in der Wasserhose des Eisheiligen“ erschien 2015 im poetenladen Verlag und vereint Gedichte und „Schmungk“, aphoristische Gebilde aus teils vorgefundenem Wortmaterial.

Mit Kito Lorenc verliert der Sächsische Literaturrat ein Ehrenmitglied. Für das nächste „angezettelt“-Heft war ein Porträt anlässlich seines 80. Geburtstags geplant. Es wird nun stattdessen ein Nachruf erscheinen.

Peter Härtling (1933-2017)

„Meine Schritte werden kürzer / und die Entfernungen von Wort zu Wort größer. / (...)“
(Peter Härtling „Zusammenhänge“)

Am 10. Juli verstarb Peter Härtling in Mörfelden-Walldorf im Alter von 83 Jahren. Der am 13. November 1933 in Chemnitz geborene Schriftsteller wurde für sein umfangreiches und vielfältiges Schaffen mit zahlreichen Preisen geehrt, so u.a. 2000 mit dem Eichendorff-Literaturpreis, 2003 für sein Gesamtwerk mit dem Deutschen Bücherpreis sowie zuletzt 2015 mit dem Elisabeth-Langgässer-Literaturpreis.

Der Sächsische Literaturrat e.V. trauert um sein Ehrenmitglied und damit um einen der bedeutendsten deutschen Schriftsteller der Gegenwart.
Verbunden damit möchten wir Peter Härtlings letzten Gedichtband „Versuchte Ewigkeit. Gedichte 2008–2016“ (Radius-Verlag, 2016) empfehlen. Der Band vereint 59 Gedichte, von denen bislang vier erschienen sind. Gegliedert ist er in drei Abschnitte: „Jahreszeiten“, „Ich und ich“, „Widmungen“. Vom Altern ist die Rede, von Melancholie, Wehmut, Abschieden, Trauer, Tod, aber auch von der geliebten Gärtnerin und einem „Rest von Gluck“. Und immer wieder Erinnerungen an den „Hunger von früher“, an Flucht und Vertreibung, Gewalt, Gräber und Böhmen.

... allgemeiner Art

Künstlersozialversicherung (KSK)
Der Abgabesatz zur KSK beträgt 2017 4,8 Prozent.

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