Buchsalon Frühjahr 2026
Nach der Leipziger Buchmesse und nach der Frankfurter Buchmesse sprechen je drei Literaturkritikerinnen und -kritiker über Neuerscheinungen von Autorinnen und Autoren, die aus Sachsen kommen oder in Sachsen zu Hause sind. Anschließend ist ein weiterer Autor oder eine Autorin mit seinem oder ihrem Buch zu Gast.
In der diesjährigen Dresdner Ausgabe sprechen die Autorin Linn Penelope Rieger, die Bibliotheksmanagerin Odile Vassas und der Dichter Patrick Wilden über den Roman „Mit beiden Händen den Himmel stützen“ von Lilli Tollkien, den Gedichtband „Fragen an den Yeti“ von Volker Sielaff und das Kinderbuch „Hunderunde“ von Frauke Angel, Nadine Prange, Eva Howitz und Lena Seik. Die Dichterin und Autorin Lara Rüter ist zu Gast mit ihrem Buch „Affenliebe“.
Lilli Tollkien: „Mit beiden Händen den Himmel stützen“ (Aufbau)
Lale wächst in den 80ern in einer Berliner Männer-Kommune auf, in der Partys gefeiert und Revolutionen geplant werden. Sie darf wach bleiben, solange sie will, Süßigkeiten essen und ewig fernsehen. Doch sie sehnt sich nach Geborgenheit und Verlässlichkeit, während ihre eigenen Grenzen immer wieder übertreten werden. Auf dem schmalen Grat zwischen Freiheit und Vernachlässigung sucht Lale ihren Weg, taumelt an den Rändern und findet Jahre später Halt im Erzählen selbst.
Volker Sielaff: „Fragen an den Yeti“ (Voland & Quist)
Was hat es mit der Gewittertasche der ängstlichen Tante auf sich? Wie stehen unsere Chancen auf Wiedergeburt? Und schließlich: Ist der Yeti schon informiert? In seinen neuen Erzählgedichten zeigt sich Volker Sielaff thematisch und formal so offen wie nie zuvor. Hier schreibt einer, der die Regeln kennt – aber lieber sein eigenes Spiel spielt. Einer, der weiß, dass er sich nicht zwischen Reim und freier Form entscheiden muss, wenn er doch beides haben kann.
Frauke Angel, Nadine Prange, Eva Howitz und Lena Seik: „Hunderunde“ (oekom)
Wir lieben Mode! Doch was wissen wir eigentlich über die Stoffe, die wir auf unserer Haut tragen? Wo kommen sie her und wie werden sie produziert? Durchschnittlich 87 Kleidungsstücke liegen in unserem Schrank. Dieses Buch erzählt ihre Geschichte.
Lara Rüter: „Affenliebe“ (Hanser)
Sie trauern und sie furzen, sie lachen und sie ärgern sich, sie wollen möglichst viel Lust und Geborgenheit und starren dann wieder vor sich hin: die Menschen – nein, die Menschenaffen. Jahrelang hat die Lyrikerin Lara Rüter in einem Primatenforschungsinstitut gearbeitet. In ihrem Text erzählt sie radikal von den Affen und von sich selbst: von Lebensanfängen und vom Sterben, von Freiheitsdrang und Berührung. Im Alltag mit den Affen drängt sich immer wieder dieselbe Frage auf: Wie fühlt es sich an, ein Mensch zu sein? Schwebend vor Gedichtzitaten, Wissenschaftsfragen und Momenten am Gehege zeigt dieser bahnbrechende Essay, wie Schreiben die Welt verändert.