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Das neue Buch eines Dichters? Eine Lesung in Ihrer Nähe? Das Statement eines unabhängigen Verlags?

Wir informieren Sie HIER über Neuigkeiten aus der sächsischen Literaturszene.

"Ich lebe dort, wo ich verbreitet bin" - Peter-Huchel-Preis für Marcel Beyer

"Ich lebe dort, wo ich verbreitet bin,
bei meiner Farnverwandtschaft,
die sich auf Trockenfeldern
teils über Liebesnestern schließt
 
und teils seit langem schon
zu Torf geworden ist, also ein Buch,
in unentzifferbarer Schrift verfaßt,
wie jene Fährte, jene Spur eines
fremdartigen Geruchs, dem nur die
Hundenase folgen kann. Doch
immerhin ein Buch."
 
Mit diesen Zeilen beginnt der aktuelle Gedichtband "Dämonenräumdienst", für den der in Dresden lebende Dichter Marcel Beyer mit dem Peter-Huchel-Preis für deutschsprachige Lyrik ausgezeichnet wird. Der Preis wird vom Land Baden-Württemberg und dem Südwestrundfunk gestiftet und für ein herausragendes lyrisches Werk des vergangenen Jahres verliehen. Er ist mit 10.000 Euro dotiert. Wir gratulieren herzlich!

 

Trauer um die Dichterin Barbara Köhler (1959 - 2021)

Am 8. Januar ist die in Burgstädt geborene Dichterin Barbara Köhler in ihrer Wahlheimat Duisburg gestorben. Eine Würdigung der Vorstandsvorsitzenden des Sächsischen Literaturrats:


"Barbara Köhler lernte ich in den 80er Jahren kennen und als Kollegin schätzen, in einer Zeit, in der sie sich mit ihren Texten in und auch außerhalb der unabhängigen literarischen Szene in der DDR einen Namen zu machen begann. Dabei war sie in ihrem Auftreten immer bescheiden, zurückgenommen, die Energien allein auf das Entstehende konzentrierend, und wiederum von einer großen Verbindlichkeit anderen gegenüber.

Ihre klare, den grammatikalischen Feinheiten nachspürende und dennoch der sinnlichen Wahrnehmung verpflichtete Sprache hat von Anfang an überzeugt. Gedichte wie „Rondeau Allemagne“, das zum Ende der DDR hin entstanden ist, werden wohl unvergessen bleiben. Die zu dieser Zeit noch in Chemnitz resp. Karl-Marx-Stadt lebende Autorin legte mit "Deutsches Roulette" 1991 in der Suhrkamp Edition ihr dichterisches Debüt vor, das prägend für die Sicht auf eine Gesellschaft im Wandel werden sollte. Schon hier war ein dichterischer wie analytischer Blick auf die Verhältnisse beobachtbar, auch auf die Sprach- und Sprechverhältnisse, verbunden mit dem Anspruch, gängige Sprachmuster und Floskeln zu hinterfragen.

Barbara Köhler verkörpert eine Stimme, die sich als erkundende verstanden hat und dabei zunehmend genre- wie spartenübergreifend ihren Kreis zu erweitern vermochte. Erinnert sei in diesem Zusammenhang beispielsweise an ihren eindrücklichen Foto-Text-Band "Istanbul, zusehends", 2015 erschienen, der mit seinen feinen Detailaufnahmen von Räumen und Straßenszenerien sowie den reflektierenden Miniaturen so etwas wie einen Essay mit verschiedenen künstlerischen Ausdrucksformen darstellt."

Jayne Ann Igel am 11. Januar 2021

Rondeau Allemagne

Ich harre aus im Land und geh, ihm fremd,
Mit einer Liebe, die mich über Grenzen treibt,
Zwischen den Himmeln. Sehe jeder, wo er bleibt;
Ich harre aus im Land und geh ihm fremd.

Mit einer Liebe, die mich über Grenzen treibt,
Will ich die Übereinkünfte verletzen
Und lachen, reiß ich mir das Herz in Fetzen
Mit jener Liebe, die mich über Grenzen treibt.

Zwischen den Himmeln sehe jeder, wo er bleibt:
Ein blutig Lappen wird gehißt, das Luftschiff fällt.
Kein Land in Sicht; vielleicht ein Seil, das hält
Zwischen den Himmeln. Sehe jeder, wo er bleibt.

 

Lauter Literaturpreise für SchriftstellerInnen in und aus Sachsen

Thilo Krause erhält den Nicolas-Born-Debütpreis. Der in Dresden geborenen Schriftsteller Thilo Krause wird für seinen Roman "Elbwärts" ausgezeichnet. In der Jury-Begründung heißt es: „Krause verknüpft [die] Sphären des Einst und Jetzt mit Behutsamkeit, Unaufdringlichkeit und Geschmeidigkeit. Die Sprachmacht des Lyrikers verbindet sich so mit der Gewandtheit eines Erzählers, der genaue Beobachtungen anstellt ohne sie selbst auszudeuten. Entstanden ist so eine neue Form diskreter politischer Prosa, die subtiler wirkt als laute Anklagen, Appelle und Parolen.“ Der Preis wird vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur vergeben und ist mit 10.000 Euro dotiert.
 
Ronya Othmann erhält den Mara-Cassens-Preis für das beste deutschsprachige Debüt des Jahres 2020. Die in Leipzig lebende Schriftstellerin wird für ihren Roman "Die Sommer" ausgezeichnet, der von Leyla handelt, einer jungen Frau aus Syrien, die in Deutschland zu Hause ist und von der Zerrissenheit zwischen diesen beiden Welten erzählt. Der Mara-Cassens-Preis wird vom Literaturhaus Hamburg vergeben und ist mit 20.000 Euro dotiert.
 
Ulrike Almut Sandig erhält den Erich-Loest-Preis 2021 der Medienstiftung der Sparkasse Leipzig. Die aus Großenhain stammende Schriftstellerin bekommt die Auszeichnung für ihren Roman "Monster wie wir", der vom sexuellen Missbrauch zweier Kinder in einem Pfarrhaus erzählt. Der Erich-Loest-Preis ist mit 10.000 Euro dotiert. 

 

Wir gratulieren sehr herzlich!

Zeit zum Lesen: Leseempfehlungen aus Sachsen in Zeiten von Corona

Alle Kinos, Konzertsäle und Theater sind geschlossen. Auch Lesungen sind wegen der Corona-Pandemie zur Zeit nicht möglich. Doch die Buchhandlungen sind geöffnet und es ist Zeit zum Lesen! Hier geht es zu unseren Leseempfehlungen für Bücher sächsischer AutorInnen der letzten beide Jahre. Wir würden uns freuen, wenn Sie Bücher finden, die Sie interessieren und die Sie in der Buchhandlung Ihres Vertrauens bestellen können.

Online-Lesungen "Komm! Ins Offene"

Zu den Online-Lesungen sächsischer AutorInnen und ÜbersetzerInnen bitte hier entlang: Komm! ins Offene

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Weltbetrachter. Neue Lyrik aus Sachsen

179 Gedichte von 155 AutorInnen. Herausgegeben von Róza Domašcyna und Axel Helbig, erschienen Im Verlag Poetenladen.

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Sächsischer Literaturpreis an Daniela Krien

Wir gratulieren Daniela Krien - Autorin von "Die Liebe im Ernstfall" und "Muldental" - zum Sächsischen Literaturpreis 2020. Die Preisverleihung findet im Mai 2021 statt.

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Ausgezeichnete AutorInnen aus Sachsen

Die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen hat ihre StipendiatInnen für das Jahr 2021 bekannt gegeben. Wir gratulieren allen AutorInnen und wünschen viel Erfolg bei den Schreibprojekten.

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Gesellschaftliches Engagement in Zeiten von Corona

Strukturen für den Zusammenhalt sichern und in Sachsens Zukunft investieren: Der Sächsische Literaturrat unterstützt einen offenen Brief des DGB an die sächsische Staatsregierung.

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Buchsalon Ausgabe Herbst/Winter 2020

Im aktuellen Buchsalon wurden folgende Bücher besprochen: Káska Bryla "Roter Affe", Paula Irmschler "Superbusen", Volker Sielaff "Barfuß vor Penelope", Ulrike Almut Sandig "Monster wie wir".

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Sächsischer Bücherkoffer

Zehn ausgewählte Leseempfehlung von AutorInnen aus und in Sachsen.

 

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In eigener Sache

Neustart beim Sächsischen Literaturrat: Bettina Baltschev und Anja Kösler haben die Geschäfte des Sächsischen Literaturrats übernommen.

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Wer wir sind

Als Landesdachverband literarischer Vereine, Verbände, Institutionen und Gesellschaften fühlen wir uns der Förderung und Pflege der Literatur und des literarischen Lebens im Freistaat Sachsen verpflichtet. Unsere Arbeit umfasst Projekte, Publikationen und Fortbildungen sowie die Mitarbeit in verschiedenen Gremien auf Landesebene. Wir wollen informieren, beraten und vernetzen und sind im Gespräch mit Vertretern der Politik. Außerdem sind wir für die Verleihung des Sächsischen Literaturpreises verantwortlich. Der Sächsische Literaturrat e.V. ist Mitglied in der AG Literaturräte der Bundesrepublik Deutschland und der IG Landeskulturverbände Sachsen.

Seit 1996 wird der Literaturrat vom Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst, seit 2020 Sächsisches Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus,institutionell gefördert. Er wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtags beschlossenen Haushaltes.