Sächsischer Literaturpreis

Informationen zum Preis

Der Sächsische Literaturpreis, offiziell: Literaturpreis des Sächsischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst, wird unter der Bezeichnung "Literaturpreis" seit 2012 vom Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst verliehen. Er wird alle zwei Jahre "für Werke (Manuskripte und Bücher) der letzten Jahre in den Bereichen Lyrik, Prosa und Dramen bzw. auf das bisherige Gesamtwerk eines Autors" vergeben. "In persönlicher Hinsicht soll der Preisträger besonderen Bezug zu Sachsen haben." (Zitate aus der Verwaltungsvorschrift) Bis 2016 war er mit 5 500 Euro dotiert, seit 2018 beträgt die Dotierung 10 000 Euro. Der Preisträger wird von einer Jury aus fünf Mitgliedern bestimmt, die vom Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst für die Dauer von sechs Jahren berufen werden. In den Jahren 2006 bis 2010 wurde der Preis unter der Bezeichnung "Literaturförderpreis" verliehen.

Róža Domašcyna erhält den Sächsischen Literaturpreis 2018

Mit dem Sächsischen Literaturpreis 2018 wird die auf Deutsch und Sorbisch schreibende Autorin und Übersetzerin Róža Domašcyna geehrt. Der Preis wird während einer Veranstaltung im Rahmen der Reihe "Landnahme" des Sächsischen Literaturrates im Herbst des Jahres an die Autorin übergeben.

"Mit der Verleihung des Literaturpreises würdigen wir ausdrücklich Frau Domašcynas umfangreiches sorbisches und deutschsprachiges literarisches Werk und möchten zudem die Öffentlichkeit auf diese großartige Autorin aufmerksam machen.", so Staatsministerin Dr. Eva-Maria Stange.

Jurymitglied Karin Großmann begründet: "Das erste Buch von Róža Domašcyna, das 1991 in deutscher Sprache erschien, hieß ,Zaungucker‘, und dieser Titel wurde Programm für die Schriftstellerin. Sie lebt und schreibt auf beiden Seiten des Zauns. Mit schöner Selbstverständlichkeit wechselt sie zwischen dem Sorbischen und dem Deutschen, zwischen Lyrik und Prosa, Ironie und Andacht, Ernst und Spiel. In ihrem Doppelland zeigt sie fantastische Sprachkunststücke. Ihre Texte bestechen durch originelle Bilder, poetische Klänge und einen vertrackten Hintersinn. Den Stoff holt Róža Domašcyna oft aus ihrer Umgebung. Kritisch beobachtet sie die Umbrüche in den Dörfern der Lausitz – im Kleinen entdeckt sie eine ganze Welt."

Der Jury gehören der Verleger Andreas Heidtmann, die Schriftstellerin Undine Materni sowie die Journalisten und Literaturkritiker Karin Großmann, Katrin Wenzel und Dr. Tomas Gärtner an.

Róža Domašcyna wurde 1951 in Zerna bei Kamenz (Oberlausitz) geboren und lebt heute als freischaffende Autorin in Bautzen. Sie hat zahlreiche Lyrikbände veröffentlicht, darunter auch Künst­ler­bücher. Zudem hat sie Nach­dichtungen verfasst, Theater­stücke herausgegeben, Hör­spiele und Features veröffentlicht.

Bisherige Preisträger

Sächsischer Literaturpreis
  • 2016: Franziska Gerstenberg für „So lange her, schon gar nicht mehr wahr“ (Verlag Schöffling & Co.)
  • 2014: Jan Kuhlbrodt
  • 2012: Andreas Altmann
Sächsischer Literaturförderpreis
  • 2010: Jens Wonneberger
  • 2008: Undine Materni
  • 2006: Thomas Böhme