In eigener Sache

Wir trauern um

Ulrich Schacht (1951 – 16. September 2018)
„Bote des Lichts. Zeuge der Dunkelheit“
Mit diesen Worten überschrieb Sebastian Kleinschmidt einen in unserem Heft „angezettelt“ 1/2014 veröffentlichten Auszug aus seiner Laudatio für Ulrich Schacht aus Anlass der Verleihung des Eichendorff-Preises 2013 an Ulrich Schacht.

Die Gezeiten

Niemand verbirgt das Wasser wenn
es den Strand berührt. Nur die Monde
sind blasser weil das Licht sie
verführt. Zwischen Gestein und
Algen brennt die Welt sich kalt: Nebel
hängen am Galgen über den Ufern im
Wald. Deute die Zeichen die Wellen.
Oder zähle sie nur. Niemand kann sich
verstellen vor der endenden Spur.

Aus: Ulrich Schacht „Platon denkt ein Gedicht“ (Edition Rugerup, 2015)

Wir gedenken

Regine Lemke (1949-2018)
Klugheit, Sachkompetenz, Engagement, Wärme, Herzlichkeit und Fröhlichkeit - das waren ihre Markenzeichen, überall und ganz besonders im Landesverband Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen des Deutschen Börsenvereins, im Friedrich-Bödecker-Kreis in Sachsen, in der Gebäudegesellschaft Haus des Buches, im Sozialwerk des Deutschen Buchhandels und immer wieder auch bei uns, im Sächsischen Literaturrat.

Steffen Mohr (1942-2018)
Der Schriftsteller, Liedermacher, Krimiautor, Radio- und Fernsehmacher bezeichnet sich gern als "Lebenskünstler", er war aus der literarischen Vereinslandschaft Sachsens seit 1990 nicht wegzudenken.

Elmar Faber (1934-2017)
Mit Elmar Faber starb eine der großen Verlegerpersönlichkeiten des 20. und frühen 21. Jahrhunderts. Ohne ihn wäre die Literatur in und aus der DDR um ein wesentliches ärmer gewesen. Sein Name bleibt untrennbar verbunden mit der Literatur und dem schönen Buch.

Dr. Christian Heermann (1936-2017)
Die Freunde Karl Mays verlieren mit ihm einen großen Kenner und Liebhaber seiner Literatur.

Rainer Klis (1955-2017)
„Meine Spur im Sand, wenn es sie einmal gab, existierte nicht mehr.“ (Rainer Klis „Das Haus. Beitrag zum Schreibwettbewerb ‚Lied aus!")

Über unsere Ehrenmitglieder

Wir gedenken

Kito Lorenc (1938-2017)
„VOREILIG. Ich plane plane, inzwischen schafft Körper der falsche
Kumpel Tatsachen. Schnell schreibe ich, ihn abzulenken, Nachrufe.“
(Kito Lorenc „Windei in der Wasserhose des Eisheiligen")

Peter Härtling (1933-2017)
„Meine Schritte werden kürzer / und die Entfernungen von Wort zu Wort größer. / (...)“
(Peter Härtling „Zusammenhänge“)

Allgemeines

Kunst- und Kulturförderung in Sachsen 2019/2020
Erstmals sollen in Sachsen mehr als zwei Milliarden Euro pro Jahr für Wissenschaft und Kunst in Sachsen ausgegeben werden. Dies bedeutet für den Etat des Sächsischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst im Vergleich zu 2018 eine Steigerung von 4,7 Prozent (2019) bzw. 6,1 (2010) Prozent. Speziell für die Kultur sind statt derzeit 217 Millionen Euro für die kommenden beiden Jahre Ausgaben von je rund 240 Millionen Euro im Haushalt des Kunstministeriums geplant. Dazu gehören als Kern ein Aufwuchs beim Sächsischen Kulturraumgesetz, doch wird auch die allgemeine Kunst- und Kulturförderung ansteigen.

Monopolkommission: Buchpreisbindung
Die Monopolkommission hat ihr Sondergutachten „Die Buchpreisbindung in einem sich ändernden Marktumfeld“ vorgelegt, darin spricht sie sich für eine Abschaffung der Buchpreisbindung aus. Als sächsischer Landesdachverband für Literatur plädieren wir für den Erhalt der Buchpreisbindung und schließen uns den nachfolgenden Worten des Verlegers und Schriftstellers Jo Lendle an, zitiert aus seinem offenen Brief an die Monopolkommission vom 30. Juni 2018: „Mir ist bewusst, dass ein Leben ohne Buchpreisbindung möglich wäre. Aber ist es erstrebenswert? Die Beispiele anderer Länder zeigen ohne Ausnahme, dass die Abschaffung von Buchpreisbindungen hässlich macht: die Buchhandelslandschaft ebenso wie die Verlagsprogramme. Und mit Ausnahme einiger Bestseller werden nicht einmal die Bücher billiger.“

Künstlersozialversicherung (KSK)
Der Abgabesatz zur KSK beträgt 2018 4,2 Prozent.