Bei uns zu Gast

Informationen zum Projekt

Die Lesereihe "Bei uns zu Gast" findet im Leipziger Haus des Buches statt. Sie hat drei Schwerpunkte:

  1. Autoren, die aus Sachsen stammen bzw. deren Schaffen eng mit dem Freistaat verbunden ist, die aber nicht mehr hier leben, mit einer Neuerscheinung
  2. namhafte Schriftsteller aus dem deutschsprachigem Raum mit einer Neuerscheinung,
  3. eine biographische Neuerscheinung zu einem bereits verstorbenen Autor bzw. zu einem uns wichtigen Thema (beides meist, aber nicht ausschließlich aufgrund eines Jubiläums).

Alle Veranstaltungen finden in Kooperation mit dem Kuratorium Haus des Buches e.V. Leipzig statt.
Kartenreservierungen unter Tel. 0341 - 350 59 61 oder info@saechsischer-literaturrat.de

Veranstaltungen

Klaus Mann
Klaus Mann (c) Rowohlt Archiv

Treffpunkt im Unendlichen. Die Lebensreise des Klaus Mann
Vortrag von Uwe Naumann

14. Mai 2019 - 19.30 Uhr
Leipzig, Haus des Buches, Literaturcafé
Eintritt: 5 / 4 Euro

Er war der älteste Sohn von Katia und Thomas Mann, und seine Karriere war anfangs begünstigt vom Namen des berühmten Vaters. Viele Kritiker taten ihn ab als Enfant terrible. Doch ab 1933 wurde er zu einem wichtigen Repräsentanten der von den Nazis ins Exil getriebenen deutschen Literatur. Mit seinen Romanen „Mephisto“ (1936) und „Der Vulkan“ (1939) gelangen ihm Werke von bleibendem Rang. Aber er war zeitlebens ein Grenzgänger, der oft nur unter Drogeneinfluss produktiv sein konnte.
Mit Bildern und Texten folgt Uwe Naumann den wechselvollen Stationen im Leben Klaus Manns - von den Anfängen in München über die Jahre des Exils in Europa und den USA bis zum frühen Ende im Mai 1949 durch eine Überdosis Schlaftabletten in Cannes.
Er zeigt, warum Klaus Mann für viele Nachgeborene eine Kultfigur wurde und bleibt: als Künstler, der ein mutiges und unangepasstes Leben führte in einem Zeitalter der Kriege und Katastrophen. Auch das spannungsvolle Verhältnis zum Vater wird ausführlich thematisiert.

Uwe Naumann, geboren 1951 in Hamburg, ist u.a. der Herausgeber von Klaus Manns Schriften und hat zudem mehrere große Ausstellungen über ihn organisiert.

(c) Christian Jungwirth

Barbara Frischmuth „Verschüttete Milch“ (Aufbau Verlag, 2019)
Moderation: Sibille Tröml

11. Juni 2019 - 19.30 Uhr
Leipzig, Haus des Buches, Literaturcafé
Eintritt: 5 / 4 Euro

Von der Magie, dem Unerklärlichen und der Verlorenheit einer Kindheit: Dieser Roman entfaltet einen großen Zauber. In dem arglosen Blick eines Mädchens wird die Kindheit an einem Ort lebendig, an dem Heil und Unheil Tisch an Tisch zur Sommerfrische saßen. Als es die Klosterschule verließ, endete auch die Kindheit. Aber Fotos und Erzählungen locken die Zeitstimmung und eine besondere Familiengeschichte hervor.
„Es lag wohl an der vielen vergangenen Zeit, dass sie sich wesentlich entspannter über die verschüttete Milch von damals auslassen konnten.“

Barbara Frischmuth, 1941 in Altaussee (Steiermark) geboren, studierte Türkisch, Ungarisch und Orientalistik und ist seitdem freie Schriftstellerin. Seit einigen Jahren lebt sie wieder in Altaussee. Sie ist Autorin u.a. von Romanen, Erzählungen, Kinder- und Jugendbüchern, Theaterstücken. Zu ihren zahlreichen Auszeichnungen zählen der Anton-Wildgans-Preis (1973), der Franz-Nabl-Preis (1999) sowie zuletzt das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst 1. Klasse (2013).

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Jörg Aufenanger „Else Lasker-Schüler in Berlin“ (be.bra Verlag, 2019)
Moderation: Jörg Schieke

18. Juni 2019 - 19.30 Uhr
Leipzig, Haus des Buches, Literaturcafé
Eintritt: 5 / 4 Euro

Für Gottfried Benn war Else Lasker-Schüler die "größte Lyrikerin, die Deutschland je hatte". Jörg Aufenanger schildert das Leben dieser faszinierenden Persönlichkeit inmitten der Berliner Künstlerbohème und ihre innige Beziehung zu der Stadt, aus der sie 1933 vor den Nationalsozialisten fliehen musste. Er erzählt von ihren Ehemännern und Liebhabern, von ihrem extravaganten Auftreten in den Kaffeehäusern, aber auch von ihrer Einsamkeit in der großen Stadt. So entsteht das Lebensbild einer exzentrischen Künstlerin – und zugleich ein Panorama der schillernden Kulturwelt im Berlin der 1910er und 1920er Jahre.

Jörg Aufenanger, geboren 1945 in Wuppertal, arbeitete er als Theaterregisseur u.a. in Paris, Rom und Berlin. Er übersetzt aus dem Französischen und ist Autor von Romanen und Lyrik sowie zahlreicher Biographien und Essays zu namhaften Schriftstellern.

Veranstaltungen der vergangenen Jahre

  • 2018: Irena Brežná "Wie ich auf die Welt kam. In der Sprache zu Hause" (Rotpunktverlag.), Erich Kästner
    "Das Blaue Buch. Geheimes Kriegstagebuch 1941-1945" (Atrium Verlag), Wolfgang Martynkewicz "Tanz auf dem Pulverfass. Gottfried Benn, die Frauen und die Macht" (Aufbau)
  • 2017: Natascha Wodin "Sie kam aus Mariupol" (Rowohlt), Peter Walther "Hans Fallada. Die Biographie" (Aufbau), Marcel Beyer "Das blindgeweinte Jahrhundert" (Suhrkamp)
  • 2016: Anna Mitgutsch, Hildegard Baumgart, Volker Braun
  • 2010 bis 2015 (Auswahl): Kerstin Decker, Friedrich Christian Delius, Ulrike Draesner, Angelika Klüssendorf, Ralf Rothmann, Hans Joachim Schädlich, Rolf Schneider, Reiner Stach, Jennifer Teege, Gernot Wolfram