Bei uns zu Gast

Informationen zum Projekt

Die Lesereihe "Bei uns zu Gast" findet im Leipziger Haus des Buches statt. Sie hat drei Schwerpunkte:

  1. Autoren, die aus Sachsen stammen bzw. deren Schaffen eng mit dem Freistaat verbunden ist, die aber nicht mehr hier leben, mit einer Neuerscheinung
  2. namhafte Schriftsteller aus dem deutschsprachigem Raum mit einer Neuerscheinung,
  3. eine biographische Neuerscheinung zu einem bereits verstorbenen Autor bzw. zu einem uns wichtigen Thema (beides meist, aber nicht ausschließlich aufgrund eines Jubiläums).

Alle Veranstaltungen finden in Kooperation mit dem Kuratorium Haus des Buches e.V. Leipzig statt.
Kartenreservierungen unter Tel. 0341 - 350 59 61 oder info@saechsischer-literaturrat.de

Veranstaltungen

Klaus Mann

TAUSCHGUT
Leseabend zweisprachiger Autoren aus der Lausitz
Moderation: Róža Domašcyna

15. Oktober 2019 - 19.30 Uhr
Leipzig, Haus des Buches, Literaturcafé
Eintritt: 5 / 4 Euro

In Leipzig ist, wie in ganz Deutschland, die Literatur von sorbisch und deutsch schreibenden Autoren kaum bekannt. Diese Lesung soll ein Fingerzeig auf die heute entstehende Prosa und Lyrik zweisprachiger Schriftsteller in der Lausitz sein und helfen, das Klischee von der „eiermalenden und trachtentanzenden Minderheit“ aufzuweichen.
Jurij Koch (*1936) schreibt zweisprachig und ist über Sachsen hinaus bekannt. Měrana Cušcyna (*1961) verfasst v.a. Lyrik, aber auch Prosa, Kinderbücher, Rezensionen. Měrćin Wjenk (*1987) ist Geologe und Autor u.a. von Prosa, Reportagen und Rezensionen. Hańžka Wjeselic (*1996) studiert Sorabistik in Leipzig. Sie schreibt Lyrik und Prosa.

Die Veranstaltung wird gefördert durch die Stiftung für das sorbische Volk, die jährlich auf der Grundlage der beschlossenen Haushalte des Deutschen Bundestages, des Landtages Brandenburg und des Sächsischen Landtages Zuwendungen aus Steuermitteln erhält.
Zarjadowanje spěchuje so wot Załožby za serbski lud, kotraž dóstawa lětnje přiražki z dawkowych srědkow na zakładźe hospodarskich planow, wobzamknjenych wot Zwjazkoweho sejma, Krajneho sejma Braniborskeje a Sakskeho krajneho sejma.

In Kooperation mit Sorabija Lipsk e.V.

Klaus Mann
Klaus Mann (c) Rowohlt Archiv

Treffpunkt im Unendlichen. Die Lebensreise des Klaus Mann
Vortrag von Uwe Naumann

14. Mai 2019 - 19.30 Uhr
Leipzig, Haus des Buches, Literaturcafé
Eintritt: 5 / 4 Euro

Er war der älteste Sohn von Katia und Thomas Mann, und seine Karriere war anfangs begünstigt vom Namen des berühmten Vaters. Viele Kritiker taten ihn ab als Enfant terrible. Doch ab 1933 wurde er zu einem wichtigen Repräsentanten der von den Nazis ins Exil getriebenen deutschen Literatur. Mit seinen Romanen „Mephisto“ (1936) und „Der Vulkan“ (1939) gelangen ihm Werke von bleibendem Rang. Aber er war zeitlebens ein Grenzgänger, der oft nur unter Drogeneinfluss produktiv sein konnte.
Mit Bildern und Texten folgt Uwe Naumann den wechselvollen Stationen im Leben Klaus Manns - von den Anfängen in München über die Jahre des Exils in Europa und den USA bis zum frühen Ende im Mai 1949 durch eine Überdosis Schlaftabletten in Cannes.
Er zeigt, warum Klaus Mann für viele Nachgeborene eine Kultfigur wurde und bleibt: als Künstler, der ein mutiges und unangepasstes Leben führte in einem Zeitalter der Kriege und Katastrophen. Auch das spannungsvolle Verhältnis zum Vater wird ausführlich thematisiert.

Uwe Naumann, geboren 1951 in Hamburg, ist u.a. der Herausgeber von Klaus Manns Schriften und hat zudem mehrere große Ausstellungen über ihn organisiert.

(c) Christian Jungwirth

Barbara Frischmuth „Verschüttete Milch“ (Aufbau Verlag, 2019)
Moderation: Sibille Tröml

11. Juni 2019 - 19.30 Uhr
Leipzig, Haus des Buches, Literaturcafé
Eintritt: 5 / 4 Euro

„Sie entfremdete sich ihrer selbst, indem sie feststellte, als Kind eben noch nicht die Person gewesen zu sein, zu der sie nach all den Jahren geworden war, und dass sie bei der Einschätzung ihres früheren Ichs auf diffuse Erinnerungen, willkürlich Vermutungen, Aussagen anderer sowie auf die eigene Phantasie angewiesen blieb, die sich immer mehr Spielraum verschaffte (...).“
Eine Frau taucht mit Hilfe von Fotos ein in ihre Kindheit in einem Dorf im Gebirge in den 1940er und 1950er Jahren, warmherzig, humorvoll, nachdenklich. Eingefangen werden die Arglosigkeit des Kindes, eine besondere Familiengeschichte sowie die Stimmung in den jeweiligen Zeiten an einem Ort, an dem Heil und Unheil Tisch an Tisch zur Sommerfrische saßen.

Barbara Frischmuth, 1941 in Altaussee (Steiermark) geboren, veröffentlich seit ihrem Debüt „Die Klosterschule“ (1968) u.a. Romane, Erzählungen, Kinder- und Jugendbücher sowie Theaterstücke. Zu ihren zahlreichen Auszeichnungen zählen der Franz-Nabl-Preis (1999) und das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien (2019). Seit einigen Jahren lebt sie wieder in Altaussee.

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Jörg Aufenanger „Else Lasker-Schüler in Berlin“ (be.bra Verlag, 2019)
Moderation: Jörg Schieke

18. Juni 2019 - 19.30 Uhr
Leipzig, Haus des Buches, Literaturcafé
Eintritt: 5 / 4 Euro

„Ich glaube wir sind alle für einand‘ gestorben – / Und auch gestorben unser Café in Berlin. / Arm zog ich aus, ich habe nichts erworben. / Doch Thränen ließ ich in Berlin.“, mit diesen Worten beginnt Else Lasker-Schüler (1869–1945) ein Gedicht, in dem sie sich schmerzhaft an ihre Wahlheimat Berlin und deren Verlust erinnert.
Jörg Aufenanger schildert das Leben dieser faszinierenden Persönlichkeit inmitten der Berliner Künstlerbohème und ihre innige Beziehung zu der Stadt, aus der sie 1933 vor den Nationalsozialisten fliehen musste. Er erzählt von ihren Ehemännern und Liebhabern, von ihrem extravaganten Auftreten in den Kaffeehäusern, aber auch von ihrer Einsamkeit. So entsteht das Lebensbild einer exzentrischen Künstlerin und zugleich ein Panorama der schillernden Kulturwelt im Berlin der 1910er und 1920er Jahre. 

Jörg Aufenanger, geboren 1945 in Wuppertal, arbeitete als Theaterregisseur u.a. in Paris, Rom und Berlin. Er übersetzt aus dem Französischen und ist Autor von Romanen und Lyrik sowie zahlreicher Biographien und Essays zu namhaften Schriftstellern.

Veranstaltungen der vergangenen Jahre

  • 2018: Irena Brežná "Wie ich auf die Welt kam. In der Sprache zu Hause" (Rotpunktverlag.), Erich Kästner
    "Das Blaue Buch. Geheimes Kriegstagebuch 1941-1945" (Atrium Verlag), Wolfgang Martynkewicz "Tanz auf dem Pulverfass. Gottfried Benn, die Frauen und die Macht" (Aufbau)
  • 2017: Natascha Wodin "Sie kam aus Mariupol" (Rowohlt), Peter Walther "Hans Fallada. Die Biographie" (Aufbau), Marcel Beyer "Das blindgeweinte Jahrhundert" (Suhrkamp)
  • 2016: Anna Mitgutsch, Hildegard Baumgart, Volker Braun
  • 2010 bis 2015 (Auswahl): Kerstin Decker, Friedrich Christian Delius, Ulrike Draesner, Angelika Klüssendorf, Ralf Rothmann, Hans Joachim Schädlich, Rolf Schneider, Reiner Stach, Jennifer Teege, Gernot Wolfram