Sächsischer Bücherkoffer

Informationen zum Projekt

Da uns als sächsischem Landesdachverband die Literatur „von hier“ am Herzen liegt und wir uns darin am besten auskennen, empfehlen wir diese: in „angezettelt“, mit der „Bücherbörse“, bei Fortbildungen für Bibliothekare, vermittels unserer Lesungen.

Ab diesem Sommer machen wir zudem mit dem „Sächsischen Bücherkoffer“ auf Literatur aus Sachsen aufmerksam. In jährlich zwei Ausgaben (Frühjahr/Sommer, Herbst/Winter) empfehlen wir jeweils zehn Neuerscheinungen sächsischer Autoren, Übersetzer und/oder Verlage auf einem farbigen Leporello. Dieses ist so groß wie ein normaler Briefumschlag und passt bequem in jede Jacken- oder Handtasche und eignet sich auch gut als Lesezeichen.

Mit dem „Sächsischen Bücherkoffer“ geht es uns nicht darum, eine Bestseller-Liste zu erstellen. Vielmehr soll eine Mischung aus Publikationen kleiner und größerer Verlage neugierig auf die themen- und formenreiche Literatur sowie die immer wieder mit Preisen geehrten Autoren aus Sachsen machen.

Ausgabe Herbst/Winter 2015/2016 

  • Michael G. Fritz: Ein bißchen wie Gott. Roman (Mitteldeutscher Verlag)
  • Constanze John: Vierzig Tage Armenien. In einem alten Land im Kaukasus (DuMont Reiseverlag)
  • Christian König: Flüchtlinge und Vertriebene in der DDR-Aufbaugeneration. Sozial- und biographiegeschichtliche Studien (Leipziger Universitätsverlag)
  • Thomas Kunst: Freie Folge. Roman (Jung und Jung Verlag)
  • Thomas Podhostnik: Der falsche Deutsche. Roman (Luftschacht Verlag)
  • Gunter Preuß: Wer lesen kann, der hat gut lachen (leiv Leipziger Kinderbuchverlag)
  • Jean-Christoph Rufin: Pilgern für Skeptiker. Meine Reise auf dem Jakobsweg. Aus dem Französischen übersetzt von Ralf Pannowitsch (Albrecht Knaus Verlag)
  • Irene Ruttmann: Adèle. Roman (Paul Zsolnay Verlag)
  • Ulrike Almut Sandig: Buch gegen das Verschwinden. Geschichten (Schöffling & Co.)
  • Anne Seidel: Chlebnikov weint. Gedichte (poetenladen Verlag)

Detaillierte Informationen zu den Büchern finden Sie in der pdf

Plakat Lesung Christian König

 

Lesung zum Sächsischen Bücherkoffer

Christian König:
Flüchtlinge und Vertriebene in der DDR-Aufbaugeneration
Sozial- und biographiegeschichtliche Studien
(Leipziger Universitätsverlag, 2015)

7. April 2016 == 19.30 Uhr
Leipzig, Haus des Buches,
Gerichtsweg 28

Moderation: Dr. Gerald Diesener

12 bis 14 Millionen Deutsche aus den Ostgebieten des Deutschen Reiches und deutschsprachige Bewohner aus Mittel-, Ost- und Südosteuropa mussten zwischen 1945 und 1950 zwangsweise ihre Heimat verlassen. Während ihre Aufnahme in Westdeutschland als eine der großen Leistungen der Nachkriegsgesellschaft angesehen wird, waren Flucht und Vertreibung in der DDR offiziell ein Tabu. Bereits Ende der 1940er Jahre wurde der erfolgreiche Abschluss der Integration jener mehr als vier Millionen Menschen verkündet, die hier als sogenannte „Umsiedler“ lebten und arbeiten.
Christian König beleuchtet, wie Flüchtlinge und Vertriebene der Jahrgänge 1925 bis 1935 ihren Lebensweg in der DDR suchten. Dazu skizziert er die Biographie „normaler“ Bürger und von Personen des öffentlichen Lebens, zu denen u.a. Christa Wolf, Hans Modrow und Bernhard Heisig gehören. Erkennbar sei ihre „auffällige Unauffälligkeit“ im DDR-Alltag: „Die politisch motivierte Ausschaltung des Themas in der Öffentlichkeit war einerseits Belastung andererseits Entlastung“, denn neben der Traumatisierung, die an Kinder und Kindeskinder weitergegeben wurde, verhinderte das Schweigen „eine potenzielle Benachteiligung. Herkunft wurde im täglichen Umgang miteinander bedeutungslos“.
In seiner informativen, gut lesbaren Untersuchung zeigt Christian König die Bewegung der „Umsiedler“ im „Spagat zwischen Heimatverlust und (‚sozialistischem‘) Heimatgewinn“ und fragt dabei auch nach Verarbeitungsmustern.

Eintritt frei
Veranstalter: Sächsischer Literaturrat e.V., Kuratorium Haus des Buches e.V. Leipzig, Leipziger Universitätsverlag

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