Bei uns zu Gast

Informationen zum Projekt

Die Lesereihe "Bei uns zu Gast" wurde 1996 ins Leben gerufen und findet im Leipziger Haus des Buches statt. Sie hat drei Schwerpunkte: Autoren, die aus Sachsen stammen bzw. deren Schaffen eng mit dem Freistaat verbunden ist, die aber nicht mehr hier leben; namhafte Schriftsteller aus dem deutschsprachigem Raum; eine thematisch orientierte Veranstaltung, z.B. zu Autoren aus der Literaturgeschichte aufgrund eines Jubiläums. Anlass für eine Veranstaltung ist in der Regel eine aktuelle Neuerscheinung.
Die Lesungen finden in Kooperation mit dem Kuratorium Haus des Buches e.V. Leipzig statt.

Veranstaltungen

cover: Anna Mitgutsch "Die Annäherung"

Anna Mitgutsch "Die Annäherung"
(Luchterhand, 2016)

Lesung am 29. September 2016 um 19.30 Uhr
Leipzig, Haus des Buches, Literaturcafé

„Es war Krieg, sagte er immer wieder, als müsse sie verstehen, was das bedeutete. Aber sie verstand es nicht. Sie quälte ihn und sie quälte sich selber.“
Nach einem Schlaganfall im Alter von 96 Jahren und damit verbundener Hinfälligkeit gesteht sich Theo zum ersten Mal ein, dass er seine letzte Lebensphase erreicht hat. Er blickt zurück auf Erlebtes und Versäumtes, auf Verletzungen und damit verbundenen Rückzug. Immer wieder geht es dabei auch um die schwierige Beziehung zu seiner Tochter und ihre „mit inquisitorischem Eifer“ geführten Befragungen zu dem, was er im Krieg an der Ostfront getan habe.
Eindringlich, ruhig und detailreich erzählt Anna Mitgutsch in diesem Roman von den Schwierigkeiten, Nähe und Liebe zu zeigen, zu verzeihen und um Verzeihung zu bitten, der Angst vor vererbter Schuld und den Grauzonen zwischen Tätern und Opfern.
Der Roman „Die Annäherung“ ist für den 2016 zum ersten Mal vergebenen Österreichischen Literaturpreis nominiert.

Anna Mitgutsch wurde 1948 in Linz geboren. Die promovierte Literaturwissenschaftlerin unterrichtete an österreichischen und amerikanischen Universitäten. Für ihr literarisches Werk erhielt sie u.a. den Solothurner Literaturpreis und den Würdigungspreis (Staatspreis) für Literatur der Republik Österreich. Seit den siebziger Jahren übersetzt sie Lyrik und verfasste Romane, die in mehrere Sprachen übersetzt wurden. Zuletzt erschienen u.a. „Wenn du wiederkommst“ (2010) und der Essayband „Die Welt, die Rätsel bleibt“ (2014).

Eintritt: 5 / 4 Euro

Veranstalter: Sächsischer Literaturrat e.V., Kuratorium Haus des Buches e.V. Leipzig

Reservierungen unter 0341 - 350 51 61 oder info@saechsischer-literaturrat.de

cover: Ralf Rothmann „Im Frühling sterben“ (Suhrkamp Verlag, 2015)

Hildegard Baumgart "Bettine und Achim von Arnim. Die Geschichte einer ungewöhnlichen Ehe"
(
Insel Verlag, 2016)

Lesung & Gespräch am  17. November 2016 um 19.30 Uhr
Leipzig, Haus des Buches, Literaturcafé

Moderation: Jörg Schieke

Es war eine der großen Liebesgeschichten der deutschen Romantik: Bettine Brentano und Achim von Arnim. Ihre Ehe dauerte von 1811 bis 1831 und verband zwei eigenwillige, gegensätzliche Gefühlsmenschen in einer höchst modern anmutenden Melange aus Zärtlichkeit und Konflikten, idealistischen Höhenflügen und profanen Sachzwängen.
Das ist der Ausgangspunkt der Erzählung dieser Ehe, die Hildegard Baumgart auf der Basis intensiver Quellenrecherche unternimmt. Nach einigen gemeinsamen Jahren lebte das Paar räumlich getrennt, Bettine mit den Kindern in Berlin, Arnim auf seinem Gut Wiepersdorf – eine Trennung aufgrund ökonomischer Notwendigkeiten, aber auch aufgrund unterschiedlicher persönlicher Charaktere und Bedürfnisse. Und doch blieb ihre Gemeinschaft intensiv. Arnim wirkte weiterhin als Autor und leidenschaftlicher politischer Journalist, Bettine lebte auf im gesellschaftlich-intellektuellen Leben der Hauptstadt.
In ihrer detailreichen Doppelbiographie verbindet Hildegard Baumgart genaue Recherche und lebendige Erzählfreude.

Hildegard Baumgart ist promovierte Romanistin und übersetzte aus dem Spanischen. Sie war lange Jahre als Eheberaterin tätig. Neben journalistischen Arbeiten und Büchern zum Paarthema veröffentlichte sie die Doppelbiographie „Bettine Brentano und Achim von Arnim: Lehrjahre einer Liebe“ (1999). Seit etwa dreißig Jahren beschäftigt sie sich mit der Romantik, besonders mit deren Ehe- und Liebesauffassung.

Eintritt: 4 / 3 Euro

Veranstalter: Sächsischer Literaturrat e.V., Kuratorium Haus des Buches e.V. Leipzig

Reservierungen unter 0341 - 350 51 61 oder info@saechsischer-literaturrat.de

cover: Handbibliothek der Unbehausten

Volker Braun "Handbibliothek der Unbehausten"
(Suhrkamp Verlag 2016)

Lesung & Gespräch am 6. Dezember 2016 um 19.30 Uhr
Leipzig, Haus des Buches

Moderation: Michael Hametner

Im Jahr 2000 verlieh die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung den Georg-Büchner-Preis an Volker Braun, "der mit Erbarmen und Witz eine lebendige Chronik seiner geschichtlichen Welt geschaffen hat; der den Grundkonflikt seiner Epoche, die Spannung von Freiheit und Gleichheit, eigensinnig formuliert und scharfsinnig durchdacht hat; dessen Werke durch Tiefsinn, wortspielende Brillanz, Anspielungsreichtum und lyrische Intensität immer wieder zur Quelle des Vergnügens für denkende Leser werden".
Nun legt der Dichter einen neuen Gedichtband vor: "Handbibliothek der Unbehausten" - und spricht noch immer, oder nun erst, von der Wildnis der Gesellschaft. Am Kilometer Null der Empörung, auf der Puerta del Sol in Madrid, sah Volker Braun die Handbibliothek, die seinem neuen Buch den Titel gibt. In ihm stehen die Gedichte wie in improvisierten Regalen, einzelne kleine Schriften, leicht herauszugreifen und zu benutzen. Und von Wanderwesen und Fabelarbeitern ist darin die Rede, den Nackten und den Vermummten, der ungesättigten Menge (ein Riß geht hindurch bis zum Bodensatz), der unbehausten Menschheit. Der Dichter sieht sich auf der warmen Erde, worin die Sohlen wohnen, eine Zuflucht der Sinne suchend und Lust, nicht Hoffnung ziehend aus dem Rohstoff. Die vier Sammlungen entstanden in zehn Jahren neben den Prosa- und Theatertexten. "Gedichte sind der Kern der Arbeit, das beiläufige Eigentliche."

Eintritt: 4 / 3 Euro

Veranstalter: Literaturhaus Leipzig, Sächsischer Literaturrat e.V., Arbeitskreis für Vergleichende Mythologie e.V.

Veranstaltungen der vergangenen Jahre:

  • 2015: Thomas Josef Wehlim „Eisenbahnzüge“ (Edition Rugerup), Ralf Rothmann „Im Frühling sterben“ (Suhrkamp Verlag), Reiner Stach „Kafka. Die frühen Jahre (S. Fischer Verlag)
  • 2014: Jennifer Teege, Ulrike Draesner, Angelika Klüssendorf, Literaturland Thüringen unterwegs: Daniela Danz, Christian Rosenau & Hubert Schirneck,
  • 2013: Kerstin Decker, Rolf Schneider, Friedrich Christian Delius
  • 2012: Gunnar Decker, Uwe Kolbe, Landolf Scherzer
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