Bei uns zu Gast

Informationen zum Projekt

Die Lesereihe "Bei uns zu Gast" wurde 1996 ins Leben gerufen und findet im Leipziger Haus des Buches statt. Sie hat drei Schwerpunkte: Autoren, die aus Sachsen stammen bzw. deren Schaffen eng mit dem Freistaat verbunden ist, die aber nicht mehr hier leben; namhafte Schriftsteller aus dem deutschsprachigem Raum; eine thematisch orientierte Veranstaltung, z.B. zu Autoren aus der Literaturgeschichte u.a., aber nicht ausschließlich aufgrund eines Jubiläums. Anlass für eine Veranstaltung ist in der Regel eine aktuelle Neuerscheinung.
Die Lesungen finden in Kooperation mit dem Kuratorium Haus des Buches e.V. Leipzig statt.

Veranstaltungen

cover: Natascha Wodin "Sie kam aus Mariupol"

Natascha Wodin "Sie kam aus Mariupol"
(Rowohlt 
Verlag, 2017)

Lesung & Gespräch am  7. September 2017 um 19.30 Uhr
Leipzig, Haus des Buches, Literaturcafé

Wenn du gesehen hättest, was ich gesehen habe" - Natascha Wodins Mutter sagte diesen Satz immer wieder und nahm doch, was sie meinte, mit ins Grab. Da war die Tochter zehn und wusste nicht viel mehr, als dass sie zu einer Art Menschenunrat gehörte, zu irgendeinem Kehricht, der vom Krieg übriggeblieben war. Wieso lebten sie in einem der Lager für "Displaced Persons", woher kam die Mutter, und was hatte sie erlebt? Erst Jahrzehnte später öffnet sich die Blackbox ihrer Herkunft, erst ein bisschen, dann immer mehr. -  "Sie kam aus Mariupol" ist das außergewöhnliche Buch einer Spurensuche. (Aus der Verlagsankündigung)
Das Buch ist für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert.

Natascha Wodin wurde 1945 als Kind verschleppter sowjetischer Zwangsarbeiter in Fürth/Bayern geboren und wuchs in deutschen DP-Lagern auf. Nach Jahren in einem katholischen Mädchenheim, in dem sie nach dem frühen Tod der Mutter untergebracht wurde, arbeitete sie zunächst als Telefonistin und Stenotypistin. Anfang der siebziger Jahre absolvierte sie eine Sprachenschule und arbeitete als Dolmetscherin. Dann begann sie, Literatur aus dem Russischen zu übersetzen, und lebte zeitweise in Moskau. Seit 1981 ist sie freie Schriftstellerin und bekam für ihre Bücher zahlreiche Preise.

Mit Eintritt (Höhe wird noch bekanntgegeben)
Veranstalter: Sächsischer Literaturrat e.V., Kuratorium Haus des Buches e.V. Leipzig

cover: Peter Walther "Hans Fallada. Die Biographie"

Peter Walther "Hans Fallada. Die Biographie"
(Aufbau Verlag 2017)

Lesung & Gespräch am 15. Juni 2017 um 19.30 Uhr
Leipzig, Haus des Buches, Literaturcafé

Populär war er schon immer, mittlerweile erkennt man seinen weltliterarischen Rang: Der Autor Hans Fallada wurde in den letzten Jahren noch einmal völlig neu entdeckt. Es ist Zeit, sich auch seiner Biographie neu zu nähern und das reiche, bislang unerschlossene Material auszuwerten. So schärfen sich selbst für den Kenner die Konturen und schließen sich die Lücken.
Hier der von seinen Dämonen bedrängte Künstler, Frauenheld, Opportunist, Ex-Sträfling und Morphinist, dort der respektierte Landwirt, liebende Familienvater, sich unter Lebensgefahr vom Alptraum des Dritten Reichs freischreibende Nazi-Gegner – die dramatische Biographie einer zerrissenen Persönlichkeit.
Mit zahlreichen neuen Archivfunden – von Peter Walther kenntnisreich und souverän erzählt. (Verlagsankündigung)

Peter Walther, geboren 1965 in Berlin, studierte Germanistik und Kunstgeschichte und wurde 1995 in Berlin promoviert. Zusammen mit Birgit Dahlke, Klaus Michael und Lutz Seiler gab er die Literaturzeitschrift „Moosbrand“ heraus. Heute leitet er gemeinsam mit Hendrik Röder das Brandenburgische Literaturbüro in Potsdam. Er ist Mitbegründer des Literaturportals „literaturport“ und veröffentlichte Bücher u.a. zu Peter Huchel und Günter Eich .

Mit Eintritt (Höhe wird noch bekanntgegeben)
Veranstalter: Sächsischer Literaturrat e.V., Kuratorium Haus des Buches e.V. Leipzig

cover: Marcel Beyer "Das blindgeweinte Jahrhundert"

Marcel Beyer "Das blindgeweinte Jahrhundert"
(Suhrkamp, 2017)

Lesung am 7. Februar 2017 um 19.30 Uhr
Leipzig, Haus des Buches, Literaturcafé

Moderation: Tobias Lehmkuhl

Die Liste der Auszeichnungen, die Marcel Beyer für seine literarischen Werke bislang erhalten hat, ist lang und sehr beachtlich. Nach renommierten Ehrungen wie dem Joseph-Breitbach-Preis (2008), dem Oskar-Pastior-Preis (2014) und dem Literaturpreis der Stadt Bremen (2015) wurde ihm 2016 der Georg-Büchner-Preis und damit die wichtigste literarische Auszeichnung in Deutschland überreicht. Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung würdigt den Preisträger u.a. mit den Worten: „Seine Texte sind kühn und zart, erkenntnisreich und unbestechlich.“

2015/16 hielt Marcel Beyer die „Frankfurter Poetikvorlesungen“ unter dem Titel „Das (blinde) blindgeweinte Jahrhundert“, im April werden sie bei Suhrkamp als Buch erscheinen. Ist Literatur im 20. Jahrhundert, in dem Tod ein Meister aus Deutschland geworden ist, noch möglich? Ist ihre Daseinsberechtigung entfallen, da nach Auschwitz jede kulturelle Produktion nur Ausdruck der Barbarei sein kann? Ist Literatur gerade wegen der Gräueltaten notwendig, gar unumgänglich? Welcher Verfahren hat sie sich zu bedienen? Diese Fragen verfolgt der Autor in seinen poetischen Untersuchungen und hat eine ebenso knappe wie weitreichende Antwort parat: durch Detailarbeit am Material der Realität wie der Literatur. Zudem wird Marcel Beyer Gedichte aus seinem Band „Graphit“ lesen.

Marcel Beyer wurde 1965 in Tailfingen geboren, er lebt seit 1996 in Dresden. Der studierte Germanist ist als Schriftsteller, Übersetzer und Herausgeber tätig. Er schreibt seit nunmehr 30 Jahren – Gedichte, Romane, Essays und Opernlibretti.

Tobias Lehmkuhl ist Literaturkritiker und Autor, arbeitet als freier Journalist und schreibt Reportagen, Essays und Kritiken u. a. für die "Die Zeit" und die "Süddeutsche Zeitung" sowie Features für "Deutschlandradio Kultur".

 

Eintritt: 4 / 3 Euro
Veranstalter: Sächsischer Literaturrat e.V., Kuratorium Haus des Buches e.V. Leipzig
Reservierungen unter 0341 - 350 59 61 oder info@saechsischer-literaturrat.de

Veranstaltungen der vergangenen Jahre

  • 2016: Anna Mitgutsch „Die Annäherung" (Luchterhand), Hildegard Baumgart „Bettine und Achim von Arnim. Geschichte einer ungewöhnlichen Ehe“ (Insel Verlag), Volker Braun „Handbibliothek der Unbehausten“ (Suhrkamp Verlag)
  • 2015: Thomas Josef Wehlim, Ralf Rothmann, Reiner Stach
  • 2014: Jennifer Teege, Ulrike Draesner, Angelika Klüssendorf, Literaturland Thüringen unterwegs: Daniela Danz, Christian Rosenau & Hubert Schirneck,
  • 2013: Kerstin Decker, Rolf Schneider, Friedrich Christian Delius
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