Arbeitsgemeinschaft der Literaturräte der Bundesrepublik Deutschland

Die Arbeitsgemeinschaft der Literaturräte in der Bundesrepublik Deutschland ist der Dachverband der Literaturräte in Deutschland.
Die AG der Literaturräte in Deutschland ist Mitglied in der Deutschen Literaturkonferenz und nimmt die Interessen ihrer Mitglieder in diesem Gremium wahr.
Die AG der Literaturräte tagt jährlich zur Leipziger Buchmesse in Leipzig.
Die Geschäftsführung liegt gegenwärtig beim Literaturhaus Schleswig-Holstein (Dr. Wolfgang Sandfuchs), das in Schleswig-Holstein die Funktion eines Literaturrates übernimmt. Die stellvertretende Geschäftsführung liegt beim Sächsischen Literaturrat e.V. (Dr. Sibille Tröml).

 

Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft


Pressemitteilung

Wider das Leuchtturmgerede auch in der Literaturförderung

Literaturräte der Länder verstärken ihre Zusammenarbeit

Auf einer Klausurtagung der Arbeitsgemeinschaft (AG) der Literaturräte in der Bundesrepublik Deutschland, die anlässlich ihres 15-jährigen Bestehens in Frankfurt am Main stattfand, hat die AG die Intensivierung und offensivere Ausrichtung ihrer Zusammenarbeit angesichts fortschreitender Eventisierung der Literaturvermittlung und gleichzeitiger Kürzung der öffentlichen Fördermittel beschlossen.Die Arbeitsgemeinschaft, die in der Deutschen Literaturkonferenz vertreten ist, bilden derzeit die Literaturräte Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Thüringen sowie das Bremer Literaturkontor und das Literaturhaus Schleswig-Holstein. Sie alle erfüllen mit je unterschiedlichem Schwerpunkt Querschnittsaufgaben im Literaturgeschehen ihres Bundeslandes (Beratungsangebote, Autorendatenbanken, Landesliteraturtage, Veranstaltungsreihen oder auch internationale Austauschprogramme). Sie sind konstituiert als landesweite Zusammenschlüsse von Institutionen und Vereinen, die das Entstehen, Verbreiten und Vermitteln der Literatur und die Lust am Lesen fördern.Die AG der Literaturräte sieht gegenwärtig die Tendenz, Literaturvermittlung vor allem auf eine Eventisierung festzuschreiben und so einer Kulturpolitik der sparsamen Hand das Wort zu reden. Demgegenüber bestehe die Notwendigkeit, die seit den 1980er Jahren entstandenen heterogenen und in der Regel stark von Einzelpersönlichkeiten geprägten Einrichtungen der Literaturförderung in der Bundesrepublik zu sichten und ihre Arbeit und Aufgaben qualifiziert zu bestimmen.Von vordergründigem subjektivem Interesse geleitete Studien, wie die jüngst im Auftrag des Netzwerks der Literaturhäuser an der Universität Hildesheim vorgelegte [1], laufen diesem Ziel nach Ansicht der AG diametral entgegen. Sie suchten nach dem „goldenen Weg“ für Literatur in der Medienwelt und verstünden sich als souveräne Überwinder althergebrachter Konventionen. Mit ihrem Gerede von „auratischen Orten“ für die Präsentation von Literatur kämen sie dem in der Politik gängigen Gerede von kulturellen „Leuchttürmen“ entgegen - Leuchttürmen, die sich selbst genügend im Dunkel blinken. Literaturförderung brauche demgegenüber vor allem Schiffe, die täglich verkehren und grundständige Versorgung mit einem breiten Angebot leisten. Diese Einrichtungen und Vereine der Literaturvermittlung sehen die Literaturräte durch Eventisierung und Sparbeschlüsse akut gefährdet. Für sie wird sich die AG weiter und verstärkt einsetzen.

Kontakt:
AG Literaturräte der Bundesrepublik
c/o Literatur Haus Schleswig-Holstein e.V.
http://www.literaturhaus-sh.de/litinfos/1877.html

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[1]    Prof. Dr. Stephan Porombka/Kai Splittgerber: Studie zur Literaturvermittlung in den neuen Bundesländern zu Beginn des 21. Jahrhunderts, Hildesheim 20010, 3. überarb. Fassung.

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